Geschichte des Zoos

Das Wort "Zoo" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Lebewesen" oder "Tier". Anlagen, in denen Tiere gehalten werden und die für Besucher zugänglich sind, nennt man zoologische Gärten (Kurzform: Zoo). Vor allem wissenschaftlich geleitete Tierparks bezeichnet man als Zoo. In Zoos wird geforscht, es werden seltene Tierarten nachgezüchtet und manche wieder ausgewildert. Zoologische Gärten tragen darüber hinaus zur Erholung und Bildung ihrer Besucher bei und dienen dem Naturschutz.

Das war nicht immer so. Früher wurden Tiere oft aus ganz anderen Gründen gehalten. Erfahren Sie in den folgenden Artikeln mehr darüber.

Tierhaltung bereits in der Steinzeit

Felsmalereien in der Höhle von Altamira (1880)Steinzeitliche Felsmalereien belegen, dass der Mensch schon vor Jahrtausenden Tiere hielt. Man begann schon vor rund 10000 Jahren damit, Wildtiere zu zähmen. Diese dienten dem Menschen jedoch hauptsächlich als Nahrung, was sich aber schon bald ändern sollte. Die Abbildung zeigt Malereien in der Höhle in Altamira.

Erste Vorläufer unserer Tiergärten

Bereits im dritten Jahrtausend v. Chr. begannen die Inder und auch die Sumerer vor allem Antilopen und Elefanten aus kultisch-religiösen Gründen zu halten.

Die älteste zooähnliche Haltung von Tieren ist in China beheimatet, schon etwa 2000 Jahre v. Chr. wurden am chinesischen Kaiserhof Tiere gehalten. Überliefert ist auch die Existenz eines Tierparks aus dem 4. Jh. v. Chr., in dem Säugetiere, Schildkröten, Fische und Vögel lebten.

Montezuma der Zweite (1465-1520), Herrscher der Azteken, besaß eine Art Menagerie mit verschiedenen Tieren. Auf zehn Teichen wurden Wasservögel gehalten, weiterhin gab es Vogelhäuser für Raub- und sogenannte Schmuckvögel. Auch von Raubtieren, die in Käfigen gehalten wurden, wird berichtet.

Von der Menagerie zum Zoo

Viele Tiergehege dienten im Mittelalter vor allem der Jagd, aber auch das Zur-Schau-Stellen seltener Tiere nahm an Bedeutung zu. Adlige ließen Menagerien errichten, in denen vor allem exotische Tiere gehalten wurden. Heinrich III. von England ließ bereits im 13. Jh. die königliche Menagerie im Tower von London erbauen.

Menagerie in VersaillesIn Italien gab es im 16. Jahrhundert zooähnliche Haltungen von exotischen Tieren in den Residenz-Gärten der Aristokraten. In Adelskreisen wurden unzählige Menagerien errichtet, man schmückte sich eben gern mit exotischen Tieren. Ein besonderer Höhepunkt dieser Zeit war die Menagerie Ludwigs XIV., die dieser 1662 in Versailles erbauen ließ. Die Käfige waren eng, man machte sich zu dieser Zeit noch keine Gedanken über artgerechte Haltung. Oben sehen Sie ein zeitgenössisches Bild dieser Menagerie. Dennoch waren diese Menagerien die Vorläfer unserer modernen Zoos.

Erste Zoos im 18. und 19. Jahrhundert

Kaiser Franz Stephan I. und Maria Theresia ließen den ersten Zoo 1752 in Wien errichten. Dieser Tiergarten war unseren heutigen Zoos dem Grunde nach schon recht ähnlich, denn was zunächst als höfische Menagerie gedacht war, wurde 1778 schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Tiergarten Schönbrunn existiert heute noch.

Gemälde des Londoner Zoos um 1835Der Begriff "Zoologischer Garten" wird zum ersten Mal für den Londoner Zoo verwendet, der 1828 eröffnet wurde. Das Gemälde rechts zeigt den Londoner Zoo um 1835.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in vielen größeren Städten Tiergärten eröffnet. So zum Beispiel in Berlin (1844), Hamburg (1850), Stuttgart (1853), Frankfurt (1858), Köln (1860), Dresden (1861), Hannover (1865) und Karlsruhe (1865).

Der Zoo im 20. und 21. Jahrhundert

In den 1930er Jahren fand eine zweite Zoogründungswelle statt. Die Mobilität der Bevökerung nahm zu und in ländlichen Gegenden wurden unzählige Tier-, Wild-, und Vogelparks errichtet.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde in den Tiergärten zunehmend Wert auf eine artgerechte Haltung der Tiere gelegt. Viele Zoos modernisierten ihre Tierhäuser und errichteten großzügige Freigehege. Gitterstäbe wurden durch Glasscheiben oder Wassergräben ersetzt. Oft werden inzwischen auch verschiedene Tierarten miteinander vergesellschaftet, was den Tieren mehr Abwechslung bietet und beim Besucher ein ganz neues Zoogefühl hervorruft.

In den letzten Jahren bekamen Zoos immer mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, nicht zuletzt auch wegen des großen Erfolges einiger TV-Doku-Soaps. In TV-Serien wie "Elefant, Tiger & Co" - erstmals 2003 ausgestrahlt und ein Riesenerfolg - wurden Begebenheiten aus dem Zooalltag gezeigt.

Ein ganz besonderes Medienereignis war auch die Geburt bzw. Handaufzucht der Eisbärenbabys Knut (*2006 in Berlin) und Flocke (*2007 in Nürnberg). Die Stuttgarter Wilhelma ging einen anderen Weg und verheimlichte den Medien lange Zeit die Geburt von Eisbärenbaby Wilbär. Der Kleine sollte ungestört aufwachsen können.

Zoo-Suche



Mehr Zoo-Infos:

Seit wann gibt es überhaupt Zoos? Lesen Sie die Geschichte des Zoos.

Alles über Antje, Flocke, Knut, Jumbo und viele andere berühmte Zootiere.

Welcher Zoo ist der größte? In welchem Tierpark leben die meisten Tierarten? Alle Infos unter Zoo-Fakten.

Buchtipps für kleine und große Zoo-Fans.

Der Leipziger Zoo machte mit Elefant, Tiger & Co den Anfang, inzwischen gibt es viele Zoos im TV zu bewundern.

Bei uns fehlt ein Zoo? Bitte tragen Sie den Zoo in unsere Datenbank ein:
Neuen Zoo hinzufügen